|
Judomädchen trumpfen auf Bei den Süddeutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend u17, die am vergangenen Wochenende in Nürtingen ausgetragen wurden, waren für die SG Eltmann mit Elena Michel, bis 48 kg, Dominice Weiglein und Anna Riedl, beide bis 63 kg, Rebecca Frank, bis 70 kg und Helena Steinmüller bis 78 kg insgesamt fünf Teilnehmerinnen am Start. "Unser Ziel ist es, in allen Gewichtsklassen gut mit zu kämpfen und mindestens eine Eltmännerin zur Deutschen zu bringen!", so lautete die Vorgabe des Eltmänner Trainers Edgar Riedl vor Beginn der Veranstaltung. Diese recht kühne Prognose rechtfertigten die Mädchen im Vorfeld mit ihren zahlreichen Turnier- und Meisterschaftserfolgen in der jüngeren Vergangenheit. Zudem sind alle fünf Wallburgstädterinnen entweder bereits im Bayernkader oder zumindest auf dem Sprung dorthin. Dominice Weiglein schickt sich gar an, in nächster Zukunft im Nationalkader starten zu dürfen. Insgesamt waren die 54 besten bayerische Mädchen von den Landesmeisterschaften und 90 Kämpferinnen aus Baden und Württemberg am Start. Komplettiert wurde das Feld durch eine nicht unerhebliche Anzahl gesetzter Kaderathleten der drei teilnehmenden Landesverbände. Damit war klar, dass an diesem Tag ein Erfolg nur über eine klasse Leistung gepaart mit dem nötigen Quäntchen Glück zu holen sein würde! Nach der Bekanntgabe der Kampfpaarungen war man auf Eltmänner Seite guter Dinge, dass die gesteckten Ziele würden erreicht werden können. Den Anfang machte die Leichteste. Elena Michel hatte mit der bayerischen und der württembergischen Meisterin in ihrem Pool ein Hammerlos erwischt. Aber in ihren ersten beiden Kämpfen legte sie los, als ob sie an diesem Tag nichts und niemand aufhalten könnte. Zweimal ging sie als vorzeitige Siegerin von der Matte und stand somit im Halbfinale. Dort traf sie auf die gesetzte und spätere Siegerin Sarah Kristen, vom VfL Sindelfingen. Mit der unkonventionellen Kampfweise der Württembergerin kam Michel nicht zu recht und musste den Gang in die Trostrunde antreten. Ihren letzten Kampf an diesem Tag, um den 3.Platz und die mögliche Qualifikation zur Deutschen verlor sie dann recht schnell, als sie von ihrer Gegnerin mit einem schnellen Schulterwurf überrascht wurde. Damit blieb für Michel der 5.Platz in einem starken Teilnehmerfeld. Im nächsten Jahr, ihrem Letzten in dieser Altersklasse wird sie dann noch mal angreifen und vielleicht die heiß ersehnte Teilnahme an der nationalen Meisterschaft einfahren. Für die vier anderen Starter der Sportgemeinschaft erfüllte sich indes der Traum von der möglichen Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe in zwei Wochen im hessischen Neuhof. In der Gewichtsklasse bis 63 kg hatte die SG mit Dominice Weiglein und Anna Riedl gleich zwei ganz heiße Eisen im Feuer. Aber mit Annelie Schiller vom TSV München- Großhadern, der aktuellen Bayerischen Meisterin und der gesetzten Marlies Dotzler aus Weiden, sowie Leila Sussner aus Altdorf griffen weitere starke bayerische Athleten ins Geschehen ein. Ergänzt wurde das erlesene Feld von der badischen und der württembergischen Meisterin. Damit sind die Favoritinnen in dieser Kategorie klar benannt. Marlies Dotzler konnte in einem hart umkämpften Fight über die volle Kampfzeit von 4 Minuten gegen die Eltmännerin Riedl den Ansturm der fränkischen Nachwuchshoffnung mit großer Mühe und letztendlich etwas glücklich gerade noch einmal abwehren. Damit zeichnete sich ein Finale Dotzler contra Weiglein schon frühzeitig ab. Riedl musste allerdings den beschwerlichen Weg über die Trostrunde gehen. Mit zwei weiteren Siegen in der Hoffnungsrunde stand die schließlich im kleinen Finale, dem Kampf um Platz 3 und die mögliche Qualifikation zur "Deutschen". Hier stand ihr die erfahrene Sussner aus Mittelfranken gegenüber, die sich für ihr letztes Jahr in dieser Altersklasse die Qualifikation zu den nationalen Titelkämpfen ganz fest vorgenommen hatte. Sussner hatte zuvor ihr Halbfinale wie erwartet gegen Riedl`s Vereinskollegin Weiglein verloren. Im fränkischen Duell steigerte sich die zwei Jahre jüngere Riedl noch einmal und besiegte ihre Kontrahentin nach spannendem Kampfverlauf vorzeitig mit einer Festhaltetechnik. Im anschließenden Finale in dieser Klasse standen sich mit Weiglein und Dotzler die zwei erwarteten Finalistinnen gegenüber. Beide kennen sich aus unzähligen gemeinsamen Trainingsgefechten und wissen um ihre Stärken und Schwächen. Weiglein hatte sich für diesen Tag besonders viel vorgenommen und ging gut vorbereitet in diesen Finalkampf. Dotzler ist allerdings bekannt dafür, dass sie vor allem in den ersten beiden Kampfminuten ein Feuerwerk abbrennt und ihren Kontrahentinnen keine Sekunde Verschnaufpause gönnt. So musste Weiglein früh eine kleine Wertung abgeben und daraufhin ihren Druck erhöhen. Dabei schaffte es die clever kämpfende Dotzler ihre Gegnerin geschickt in einen Haltegriff zu bekommen, aus dem es für die Unterfränkin kein Entkommen mehr gab. Mit der Silbermedaille ist aber zumindest der Traum nochmals die Qualifikation zur "Deutschen" zu schaffen für Weiglein in Erfüllung gegangen. In der Klasse bis 70 kg stand mit Rebecca Frank die amtierende Bayerische Meisterin auf Seiten der Wallburgstädter auf der Matte in Nürtingen. Von vorneherein war klar, dass die schärfste Kontrahentin an diesem Tag aus dem eignen Landesverband kommen würde. Regine Hübner aus Wernberg zählt wie Weiglein zum erweiterten Nationalkader und war Topfavoritin an diesem Tag. Ungefährdet sicherte sie sich schließlich auch den Titel. In ihrer zweiten Begegnung an diesem Tag stand Frank Hübner gegenüber und war fast chancenlos. Davon ließ sich Frank aber nicht beirren und behielt das Ziel Qualifikation fest im Visier. Früh in der Trostrunde kämpfend musste sie nun mit dem Handikap leben, sich keine weiter Niederlage mehr erlauben zu dürfen. Konzentriert ging sie zu Werke und schaffte schließlich in ihrem fünften Kampf an diesem Tag gegen die badische Meisterin Heinzl den dafür notwendigen vierten Sieg an diesem Tag und damit den 3.Platz. In der vorletzten Gewichtsklasse dieses Wettkampftages stand Helena Steinmüller für die SG auf der Matte. Gleich in ihrer ersten Begegnung hatte sie es mit der württembergischen Meisterin, Ramona Majonek aus Schelkingen zu tun. Wie stark die Bayerischen Mädchen an diesem Tag kämpften, zeigt die Tatsache, dass Steinmüller nichts anbrennen und ihrer Kontrahentin kaum eine Chance ließ. Im Halbfinale traf sie auf ihre als übermächtig eingestufte Verbandskollegin Sabrina Pfortner aus Altdorf. Die groß gewachsene Nürnbergerin legt im Bewusstsein, dass der Titel an diesem Tag nur über sie zu holen sein würde, los , wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Schon fast aussichtslos zurück liegend puschten Trainer, Vereinskameradinnen und Zuschauer Steinmüller noch einmal nach vorne und sie schaffte die kaum für möglich gehaltene Kampfverlängerung gegen die Favoritin. Gleich zu Beginn des Golden Score, indem derjenige Kämpfer gewinnt, der die erste zählbare Wertung in der Verlängerung für sich verbuchen kann, griff Steinmüller beherzt zu und konnte ihre Kontrahentin überraschen. Mit einem Wazaari, einer mittleren Wertung siegte sie in dieser Begegnung und stand unverhofft im Finale ihrer Klasse. Die Freude am Mattenrand war riesig, war dies doch gleichbedeutend mit der Qualifikation zur "Deutschen". Im Finale schließlich traf Steinmüller auf eine hochmotivierte, konzentrierte Gegnerin aus München. Klabuhn machte kurzen Prozess und verwies Steinmüller nach kurzer Kampfzeit auf den zweiten Platz. Der Freude über dieses hervorragende Mannschaftsergebnis mit vier Kämpferinnen unter den ersten Drei in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse und Elena Michel mit ihrem 5.Platz ließen dem Jubel kaum Grenzen kennen. In zwei Wochen werden die Karten dann völlig neu gemischt, wenn die stärksten Kämpferinnen aus ganz Deutschland sich im hessischen Neuhof treffen, um ihre nationalen Meister zu ermitteln. Sicher werden die Topplatzierten süddeutschen Sportlerinnen dann ein gewichtiges Wort mit zu reden haben.
|
|
|
|
Bild: Ein Top Mannschaftsergebnis fuhren die Judodamen der SG Eltmann in der Altersklasse u17 bei ihren Süddeutschen Titelkämpfen in Nürtingen ein. Vier von fünf gestarteten schafften die Qualifikation zur "Deutschen" in zwei Wochen. Im Bild hinten von links Dominice Weiglein, Helena Steinmüller und Rebecca Frank. Vorne von links Elena Michel und Anna Riedl, sowie der Eltmänner Trainer Edgar Riedl. |