Erwartungen weit übertroffen

Mit dem besten Ergebnis in ihrer fast 35 jährigen Abteilungsgeschichte kehrten die Judomädchen der SG Eltmann von den Süddeutschen Einzelmeisterschaften aus Tauberbischofsheim zurück! Schon in der Qualifikation machten die Wallburgstädterinnen deutlich, dass in diesem Jahr bei den Gebietsmeisterschaften Süd mit ihnen zu rechnen sein würde. Insgesamt 7 Kämpferinnen der Sportgemeinschaft überstanden den Qualifikationsmarathon mit Unterfränkischer, Nordbayerischer und Bayerischer Meisterschaft und erkämpften sich die Startberechtigung für diese höchsten Meisterschaft in der Altersklasse u14 innerhalb des Deutschen Judo Bundes. Damit lagen sie auf einer Ebene mit so renommierten Vereinen wie dem VFL Sindelfingen, dem TSV March oder dem TSV München – Großhadern, die allesamt für ihre erfolgreiche Jugendarbeit bekannt sind. Der Wettkampftag begann schon sehr angenehm mit einer "nur" gut einstündigen Anfahrt für die Eltmänner Teilnehmer nach Tauberbischofsheim – für Judoka, die gewohnt sind weite Strecken zu ihren Wettkämpfen zurückzulegen quasi ein Katzensprung. Gut ausgeschlafen machten die 7 Mädels sich dann also daran, den ersten Kampf des Tages gegen die Waage zu bestreiten. Für viele immer ein Gang mit einem flauen Gefühl in der Magengegend und der bangen Frage im Kopf: "Hat das Gewichtmachen gereicht?" Die Erleichterung war allen ins Gesicht geschrieben, als schließlich alle, auch die, bei denen es etwas enger war, ihr vorgeschriebenes Höchstgewicht auf die Waage brachten und die Kampfrichter ihr "Okay" für den Turnierstart gaben. Nach einer kurzen Begrüßung gingen die Kämpfe dann zügig los. Die leichten Gewichtsklassen machten den Anfang und mit Julia Töpfer, der Bayerischen Meisterin aus dem Vorjahr und Julia Weinig, die durch hervorragende Leistungen in der Qualifikation auf sich aufmerksam gemacht hatte, waren für die SG Eltmann zwei Mitfavoritinnen am Start. In ihrem ersten Kampf hatten es die beiden mit den bekannt starken Pfeiffer - Zwillingen vom VFL Sindelfingen zu tun. Beide fanden kein rechtes Mittel gegen die Württembergerinnen und mussten sofort den Gang in die Trostrunde antreten. Hier zeigten sie tolles Judo und wurden schließlich mit einem 5.Platz für Julia Töpfer und dem 7.Platz für Julia Weinig belohnt. In der nächsthöheren Gewichtsklasse bis 33 kg ging Nicola Weiglein für die Sportgemeinschaft auf die Matte. Mit ihrem 3.Platz von den Bayerischen Meisterschaften und der Gewissheit, dass sie bei etwas mehr Glück auch viel weiter vorne hätte landen können, hatte sie sich für diesen Wettkampftag Einiges vorgenommen. Die Auslosung brachte es mit sich, dass wiederum ihre altbekannte Halbfinalgegnerin von der Bayerischen Einzelmeisterschaft, Regina Brummer aus Schweitenkirchen bei ihr im Pool war. Auf dem Weg zum Titel kam es im Semifinale erneut zum Aufeinandertreffen der beiden Rivalinnen. Nach spannendem Kampfverlauf revangierte sich die Eltmännerin diesmal für ihre Niederlage bei den Landestitelkämpfen und zog freudestrahlend ins Finale ein. Hier zeigte sie ihre kämpferische Klasse. Mit einer dynamischen Konteraktion ging sie zunächst in Führung und gab diese, taktisch klug kämpfend, bis zum Schluss nicht mehr ab. So erfüllte sie sich selbst einen Herzenswunsch und freute sich riesig über den Gewinn des Süddeutschen Meistertitels. Weiter ging es mit Sarah Riedl, die sich anschickt, in die erfolgreichen Spuren ihrer älteren Schwester zu treten. Bereits in ihrem ersten Wettkampfjahr, in der für sie neuen Altersklasse u14, erreichte sie mit der Qualifikation zu den Gebietseinzelmeisterschaften einen beachtlichen Erfolg. Mit Rang 7 in der Endabrechnung und der Gewissheit eine starke Leistung geboten zu haben, konnte sie mehr als zufrieden sein. Carina Kimmel kämpfte in der 57 kg und erreichte am Ende ebenfalls Rang 7. Bereits ihre Auslosung machte deutlich, dass es an diesem Tag schwer werden würde, ganz nach vorne zu kommen. Aber diese Platzierung zum Ende ihrer u14 Zugehörigkeit lässt hoffen, das sie sich auch in der nächsten Altersklasse im kommenden Jahr wird etablieren können. Als dreimalige Bayerische Meisterin der vergangenen Jahre ging Anna Riedl sicherlich als eine der Topfavoritinnen auf den Titel ins Rennen. Die Auslosung bescherte ihr die Württembergische Meisterin Sandra Wehrle vom TSV March in ihren Pool und ließ auf ein spannendes Halbfinale hoffen. Auf dem Weg dahin demonstrierte die Eltmännerin deutlich ihre Stärke und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich für diesen Tag ebenfalls Einiges vorgenommen hatte. Aber auch ihre Halbfinalgegnerin zog überzeugend ins Semifinale ein. In diesem mit Spannung erwarteten Kampf musste Anna Riedl ungewohnter Weise über die volle Kampfzeit gehen und ihre Kontrahentin forderte ihr ihr ganzes Können ab. Schließlich siegte die Unterfränkin auf Grund einer Passivitätsstrafe für ihre Gegnerin knapp und war überglücklich im Finale zu stehen. Hier gab es ein Wiedersehen mit ihrer Finalgegnerin von den Bayerischen Meisterschaften von vor zwei Wochen, Anja Pongratz aus Zwiesel. Im Endkampf waren die Rollen wiederum klar verteilt und die SGlerin ging bereits nach etwa 20 Sekunden als Süddeutsche Meisterin von der Matte. Mit einer ihrer Spezialtechniken einem kraftvollen, dynamischen Harai Goshi ( Hüftfegen ) konnte sie den Sieg vorzeitig für sich verbuchen. Im letzten Finale des Tages ging Helena Steinmüller für die SG Eltmann auf die Kampffläche. Nachdem sie sich in der Vorrunde von Kampf zu Kampf steigern konnte, ging sie aber gehandikapt durch eine alte Knieverletzung, die im Halbfinale wieder aufgebrochen war, nicht unbedingt als Favoritin ins Finale. Noch dazu hieß ihre Gegnerin dort Zita Notter, aus Memmingen, gegen die sie in jüngerer Vergangenheit wiederholt das Nachsehen gehabt hatte. "Kämpfen solange es geht, aber keinesfalls über die Schmerzgrenze hinaus!" war die deutliche Vorgabe ihres Trainers und Helena nahm sich diese Anweisung zu Herzen. Bis Mitte der offiziellen Kampfzeit konnte sie die Begegnung völlig offen gestalten. Immer wieder kämpfte sie um den optimalen Griff für eine entscheidende Wurftechnik. Schließlich fasst sie sich ein Herz, griff vehement zu und konnte ihre Gegnerin mit einem fulminanten Uchi Mata, einem Innenschenkelwurf, schließlich entscheidend werfen. Überglücklich über diesen Sieg rannte sie zu ihrem Trainer und die Freude über den dritten Titel für die SG Judoka an diesem Tag kannte auf Seiten der Franken kaum Grenzen. Damit waren die Judoka der Sportgemeinschaft aus Eltmann der erfolgreichste Verein der Titelkämpfe und feierten gleichzeitig das beste Ergebnis in ihrer Abteilungsgeschichte.

Im Bild die erfolgreichen Teilnehmerinnen der Judo Abteilung Eltmann nach der Siegerehrung bei den Süddeutschen Einzelmeisterschaften in der Altersklasse der u14. Alle sieben Teilnehmer schafften das Kunststück sich im Bereich der besten sieben Starter in ihren Klassen zu platzieren. Von links Julia Weinig, Carina Kimmel, Nicola Weiglein, Helena Steinmüller, Sarah Riedl, Julia Töpfer und Anna Riedl.