Judoka gehen neue Wege

Neue Turnierformen halten Einzug in den Turnierplan des Bayerischen Judo Verbandes. Eine allgemeine Wettkampfmüdigkeit der jugendlichen Judokämpfer gepaart mit dem Anspruch, die Kinder und Jugendlichen vielfältig zu fordern und die Turniere zeitlich einzugrenzen, sind Anforderungen, die mit "herkömmlichen" Wettkampfformen nur schwer zu erreichen sind. Beim Bayerischen Judo Sportturnier, das im mittelfränkischen Forchheim für die Altersklasse unter 14 Jahren angeboten wurde, konnten nicht alle Erwartungen erfüllt werden. Trotzdem waren sich alle Teilnehmer einig: "Ein Schritt in die richtige Richtung! Noch vorhandene "Kinderkrankheiten" sollten relativ einfach zu beheben sein!". So oder so ähnlich hörte man allenthalben, wenn man Teilnehmer, Betreuer oder Eltern zu ihren Eindrücken beim Sportturnier befragte. Während beim Judowettkampfteil die wichtigste Änderung darin bestand, dass eine Ippontechnik den Kampf nicht beendete, sondern die Punkte der Wettkämpfer aufaddiert wurden, ging es in den anderen vier Teilbereichen des Turniers um Kraft und Kondition, Beweglichkeit, Koordination und das Demonstrieren von Judotechniken und Bewegungsformen. Damit waren die Anforderungen an die circa 100 Teilnehmer sehr viel breiter angelegt als bei herkömmlichen Turnieren. Die parallele Durchführung der unterschiedlichen Teilbereiche hatte zwar den positiven Effekt, dass viele der Teilnehmer gleichzeitig beschäftigt werden konnten, trotzdem war die gesamte Turnierdauer von 5 Stunden der einzige wirkliche Kritikpunkt bei dieser Veranstaltung. Ein weiteres Novum dieser Turnierform findet sich in der Tatsache, dass alle Teilnehmer eine Urkunde erhalten und zwar je nach erreichter Punktzahl eine Teilnehmer-, Sieger- oder eine Ehrenurkunde. Dabei ist die Punktewertung so ausgelegt, dass der Großteil der Teilnehmer eine Siegerurkunde erreichen kann. Nur ein geringer Prozentsatz, wirklich nur die vielseitigsten Sportler, werden für ihre gezeigten Leistungen mit einer Ehrenurkunde belohnt. In der Ergebnisliste des Turniers spiegelt sich diese Tatsache so wieder, dass von den ca. 100 Teilnehmern lediglich 4 die erforderliche Punktzahl für die Ehrenurkunde erreichen konnten. Für die SG Eltmann waren mit Miriam Pfister, Simon Gehringer, Tim Scheuermann und Marc Philipp Richter leider nur vier Teilnehmer am Start. Dabei konnte sich Simon Gehringer im oberen Drittel der Punkteskala platzieren und sicherte sich ebenso wie Miriam Pfister und Tim Scheuermann eine Siegerurkunde. Marc Philipp Richter beendete, auf Grund der Tatsache, dass er im Judowettkampfteil keine Punkte bekam, da er verletzt aufgeben musste – sein Gegener wurde für eine unfaire Aktion disqualifziert, das Turnier mit einer Teilnehmerurkunde.

Bild: Gut betreut gingen die Judoka der SG Eltmann beim Bayerischen Judo Sportturnier in Forchheim an den Start. Lohn der Mühen waren drei Siegerurkunden für Miriam Pfister, Tim Scheuermann und Simon Gehringer. Im Hintergrund Marco Pfister, der am Mattenrand mitfieberte und die Sportler vom Mattenrand aus tatkräftig unterstützte. Auf dem Bild fehlt der vierte Starter, Marc Philipp Richter.